Desktop Over IP
Überblick
In den Anfängen des Desktop-Computing hatten Benutzer wenig Erfahrung und dementsprechend niedrig waren ihre Erwartungen. Heutzutage sind Desktops jedoch an fast jedem Arbeitsplatz vertreten und sie müssen deshalb an verschiedene Arbeitsumgebungen angepasst werden können - von Low-End-Anwendungen zu High-End-Grafikanwendungen.
In großen Unternehmen müssen die Administratoren von Desktop-Computern und Software die Verarbeitungsleistung ihrer Computer nutzen, um diese Leistung auf verschiedene Benutzerebenen zu verteilen und dabei gleichzeitig größere Sicherheit und Zuverlässigkeit in Bezug auf Hardware und Software gewährleisten. Die Ziele des Administrators (einfachere Bereitstellung, Sicherheit und Zuverlässigkeit) und die Bedürfnisse der Benutzer (hohe Anwendungsqualität, diverse Peripheriegeräte und unterschiedliche Verarbeitungsprozesse abhängig von den Aufgabenbereichen) können oft zu Konflikten und Problemen führen, die nicht für jeden Benutzer gelöst werden können.
Viele Unternehmen streben auch eine verbesserte Sicherheit von Computerdaten an, was eine direkte Folge neuer Gesetzgebungen wie Sarbanes Oxley, HIPAA und den neuesten EU-Richtlinien ist. Durch diese Anforderungen sind Desktop-Administratoren gezwungen, zu überdenken, wie notwendig einzelne PCs an Benutzerarbeitsplätzen noch sind. Sie müssen daher nach alternativen Lösungen suchen, bei denen die Daten nicht auf dem Desktop gespeichert werden.
Gleichzeitig sind Desktop-Administratoren aufgrund von verstärkter Virtualisierung bei Netzwerkservern sowie einer steigenden Anzahl von Software-Tools, die diese Virtualisierung ermöglichen, nun in der Lage die gleichen Vorteile zu nutzen wie ihre Kollegen in der Server-Administration.
Herkömmliche Lösungen
Die primäre Lösung innerhalb der Branche war bis jetzt das Thin-Client-Modell, bei dem alle Anwendungen auf einem Server im Hintergrund laufen und der Benutzer auf diese Anwendungen über einen Thin-Client erhält, der auf einem Basis-Betriebssystem läuft und über eine Netzwerkverbindung verfügt.
Über den Thin-Client bieten diese Lösungen auch Zugriff auf ein virtuelles Remote-Betriebssystem, das auf einem Server im Netzwerk gespeichert ist. Diese beiden Lösungen sind auf Benutzer ausgelegt, die hauptsächlich mit Standardanwendungen und -Betriebssystemen arbeiten und bei denen die Hardware keine Rolle spielt.
Das Thin-Client-Modell eignet sich gut für diese Art von Benutzern. Für Benutzer, die jedoch eine größere Verarbeitungsleistung, hoch auflösende Grafiken oder mehr Peripheriegeräte an ihrem Arbeitsplatz bzw. spezielle Software benötigen, ist diese Lösung nicht ausreichend. Dies bedeutet, dass das traditionelle Thin-Client-Modell nicht auf alle Benutzer innerhalb eines Unternehmens anwendbar ist und Administratoren nur allzu oft zwei vollständig unterschiedliche Systeme verwalten müssen.
Zusätzlich muss der Desktop-Administrator beim Thin-Client-Modell ein vollständig unterschiedliches Computingmodell implementieren, bei dem alle Computer mit Virtualisierungsservern ersetzt werden (Anwendungsvirtualisierung oder Betriebssystemvirtualisierung) und alle Benutzer die Leistung dieses Servers teilen müssen.
Da Thin-Client-Modelle keine umfassende Lösung für alle Benutzertypen bieten kann, wurde diese Technologie nicht im großen Maß angenommen und konnte dementsprechend die versprochene Leistung als Backup im Desktop-Computing nicht erfüllen.
Wie sieht also die optimale Lösung aus?
Bei einer optimalen Lösung müssten die verschiedenen Benutzer von Desktops, einschließlich der Benutzer von Desktop-PCs und High-End-Workstations, in einer Lösung zusammengefasst werden können. Gleichzeitig würde die optimale Lösung die Vorteile eines Backup-Modells bieten.
Um dies zu erreichen, müsste der Administrator jeden Desktop-Computer gegen einen Zero-Client austauschen und alle Computing-Ressourcen in einer abgeschlossenen Umgebung zusammenfassen.
Mit einer solchen Lösung könnte der Administrator jedem Benutzer jede Art von Computing-Ressource auf Basis von Benutzer-Logins und Administratoren-Profilen bereitstellen. So könnte sich jeder Benutzer an jedem Arbeitsplatz einloggen und auf den Computer im Computerraum zugreifen, für den er die Zugriffsrechte besitzt.
Diese Lösung würde TCP/IP als Übertragungsmechanismus verwenden und könnte dem Benutzer viele verschiedene Typen von Computing-Ressourcen zur Verfügung stellen, einschließlich spezieller im Rack montierter PCs und Blade PCs sowie spezieller Computer mit spezieller Hardware und virtualisierte Computer.
Mit dieser optimalen Lösung hätten viele verschiedene Benutzertypen (Benutzer von Anwendungen, Workstation-Benutzer etc.) einen breiten Zugriff auf einen Computer, ganz so, als ob sich dieser Computer an ihrem Arbeitsplatz befände. Dem Administrator stehen somit alle Vorteile eines Thin-Clients und Backup-Computing zur Verfügung.
Dieser breit angelegte Computerzugriff würde außerdem hoch auflösende Grafiken einschließen, mit denen verschiedene Bildschirmanzeigen, Audio mit CD-Qualität und die Unterstützung von USB-Peripheriegeräten vom Arbeitsplatz aus möglich wären.
Unten stehend finden Sie einen Überblick über eine optimale Lösung. Bei dieser Lösung sind alle Desktops mit einem Client ausgestattet, der dem Benutzer Zugriff auf jede beliebige Computer-Ressource bietet, die sich an einer beliebigen Stelle im Netzwerk befindet. Der Desktop-Administrator könnte im Hintergrund verschiede Typen von Computing-Ressourcen zur Verfügung stellen, einschließlich spezieller PCs, Blade-PCs und möglicherweise virtualisierte Betriebssysteme und Anwendungen. Der Administrator würde dann jedem Benutzer den auf seine Bedürfnisse angepassten Computer bereitstellen.
Die optimale Lösung würde beispielsweise ein System bereitstellen, in dem Call-Center-Benutzer standardisierte Anwendung zur Verfügung hätten, Büromanager Zugriff auf die Standard-Hardware und -Software für PCs und Grafikdesign-Teams Zugriff auf spezielle Workstations mit speziellen Anwendungen und Peripheriegeräten. Ein einzelner Administrator wäre für die Verwaltung dieses Systems verantwortlich und das System könnte über ein standardisiertes TCP/IP-Netzwerk bereitgestellt werden, das bereits im Unternehmen eingerichtet ist. Somit könnten alle Desktop-Benutzer die für sie erforderliche Leitung innerhalb des gleichen Systems erhalten.
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